Samstag

Zynische Weihnachtsgeschenke bei real in Mülheim

Bericht vom 22.12.2018

Erst vor wenigen Wochen wurden die Kolleginnen und Kollegen in dem real-Markt in Mülheim (Ruhr) völlig überraschend mitgeteilt, dass der Markt zum Ende des Jahres 2019 geschlossen werden soll. In dieser Situation hat die Geschäftsführung nun ihren ganzen Zynismus gegenüber den Beschäftigten offenbart. Als „Weihnachtsgeschenk“ überreichte diese nun der Belegschaft eine Tüte Nüsse mit dem Weihnachtsgruß, dass in 2019 noch einige harte Nüsse zu knacken seien. Wer seine Beschäftigten so ins Weihnachtsfest schickt, will den Kolleginnen und Kollegen wohl vor allem zeigen, dass die Weihnachtsbotschaft von der real-Geschäftsführung nicht verstanden wurde.

Streikgesang statt Weihnachtsgesang


Kolleginnen und Kollegen aus Groß Gerau im Streik.

Freitag

Flugblattverteilaktion im Bezirk Westfalen

Bericht vom 21.12.2018

Kundenflugblätter fast so begehrt wie Weihnachtsgeschenke


Im Ver.di Bezirk Westfalen wurden reichlich Kundenflugblätter an Kundinnen und Kunden verteilt. An den Standorten Catsrop-Rauxel, Dortmund-Eving, Dortmund Aplerbeck und Dortmund-Oespel, fanden sich neben Mitglieder des Fachgruppenvorstands Westfalen auch Landes- und Bundespolitiker ein um die Kolleginnen und Kollegen in den Häusern zu unterstützen. Viele Kundinnen und Kunden hatten ein offenes Ohr für die Kollegen und wußten garnicht um die "Praktiken" der Firma real GmbH.




Nadja Lüders, Generalsekretärin der NRW SPD und Sabine Poschmann    MdB

Streiks im Raum Gosslar

Bericht vom 21.12.2018

Arbeitsniederlegungen in mehreren Häusern


Wir haben rund 400 Beschäftigte der fünf real Märkte in Braunschweig, Helmstedt und Gosslar aufgerufen.

In Braunschweig versammeln sich die Real-Mitarbeiter heute um 10 Uhr auf dem Schlossplatz zu einer Kundgebung unter dem Motto „Tarifflucht darf sich nicht lohnen“, wie Verdi mitteilte. Unter anderem soll dort der Wolfsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs reden. Die Gewerkschaft erwartet, dass sich rund 200 Beschäftigte an den Streiks beteiligen werden. Insgesamt unterhält Real in unserer Region zehn Filialen mit rund 1400 Mitarbeitern.
„Die Kollegen haben jahrelang finanzielle Einschnitte hingenommen, um zur Sanierung des Unternehmens beizutragen. Jetzt müssen sie erleben, wie sich Real der Tarifbindung mit Verdi vollständig entzieht und gleichzeitig unzumutbare Gehaltskürzungen ausruft – das Maß ist voll“, sagte Buschbom-Helmke.
Die Warenhauskette ist einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV eingegangen. Verdi nennt diese eine „Pseudo-Gewerkschaft“, deren Tarif eine Gehaltskürzung von bis zu einem Viertel vorsehe. Real begründete den Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag mit der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. 

Donnerstag

Generalsekretärin Nadja Lüders im Gespräch mit Betriebsräten

Bericht vom 19.12.2018

Politische Hilfe zugesagt!


Nadja Lüders
Im Gespräch mit Generalsekretärin Nadja Lüders konnte der Betriebsrat die Vorgänge aus seiner Sicht erörtern. Es konnten einige Wege der politischen Unterstützung aufgezeigt werden. Auch sagte Lüders umfangreiche politische Unterstützung im Vorhaben der Betriebsräte zu. Dazu in den nächsten Tagen mehr.
Unmittelbar nach dem Gespräch haben auch  Mitglieder des Bundestages Ihre Solidarität ausgedrückt und wollen den Kolleginnen und Kollegen von real helfen.

Schutz vor sozialer Kälte bei real

Bericht vom 19.12.2018

Lippenpflegestifte schützen!


Lippenpflegestifte
Unter dem Motto „Schutz vor sozialer Kälte“ wurden im Haus Dortmund-Oespel Lippenpflegestifte verteilt. Kolleginnen und Kollegen können sich nun schützen. Die Nachfrage war nicht nur bei den Kolleginnen und Kollegen sehr groß.


„ Sie wollen uns los werden“

Beitrag vom 19.12.2018

Jetzt Petition unterschreiben!


Der real Markt in Mülheim/R soll zum Ende des Jahres 2019 nach fast 45 Jahren geschlossen werden. Wir fordern die Geschäftsführung von real auf, dieses Vorhaben nicht durch zu führen. 102 Kolleginnen und Kollegen werden in die Arbeitslosigkeit geschickt und unseren Kundinnen und Kunden wird eine Einkaufsmöglichkeit geraubt.
Mit eurer Unterstützung können wir vielleicht den Standort real Mülheim retten.

Zum unterschreiben bitte hier klicken!

Donnerstag

Betriebsräte im NRW Landtag

Bericht vom 13.12.2018
Abgeordneter: Volkan Baran

Im Gespräch mit der Politik


Aktuell sind mehrere Betriebsräte aus den Häusern Mülheim, Castrop-Rauxel und Dortmund-Oespel im Landtag NRW. Hier finden Gespräche mit dem Abgeordneten Volkan Baran statt. Auch soll besprochen werden, wie die Politik die Kolleginnen und Kollegen in den Märkten unterstützen kann. Begleitet werden die Betriebsräte von den Gewerkschaftssekretären des Ver.di-Bezirks Westfalen.

DGB-Gewerkschafter muss vor Gericht

Bericht vom 12.12.2018

Die Staatsanwaltschaft wirft dem stellvertretenden Tübinger DGB-Vorsitzenden Tobias Kaphegyi das Abhalten einer nicht genehmigten Versammlung in Weilheim vor.


Am 13.Juli 2018 gab es zahlreiche bundesweite Unterstützungsaktionen Akteure, welche vor allem durch das Verteilen von Flugblättern, welche die Beschäftigungsbedingungen und das Vorgehen der real Geschäftsführung thematisieren, vor den Filialen den Beschäftigten bei real Ihre Solidarität gezeigt haben. Auch vor der real Filiale in Tübingen-Weilheim gab es eine solche Unterstützungsaktion durch ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen des DGB. 
Während die Kolleginnen und Kollegen die Informationsblätter an Kundinnen und Kunden verteilten hatte die Geschäftsleitung bereits einen Wachdienst informiert und die ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützer des DGB wurden des Grundstückes verwiesen. Die ebenfalls durch die Geschäftsleitung informierte Polizei nahm vor dem Grundstück – unter Androhung einer Festnahme -  die Personalien auf. Aktuell wird einem Kollegen ein strafrechtlicher Prozess wegen einem angeblichen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz konstruiert.
Die Presse informiert bereits in einem Artikel zu dem anstehenden Verfahren des Kollegen…..[Zum Artikel bitte hier klicken]

Dienstag

Solidarität durch einkaufen!

Bericht vom 05.12.2018

Unter dem Motto "Solidarität durch Einkauf" hat der DGB heute mit Unterstützung der Jusos eine Einkaufsaktion beim real,- unternommen. Mit dem neuen Marktleiter Dominik Trieba hat man im Geschäft einen konstruktiven Austausch über flächendeckende Tarifverträge "echter" Gewerkschaften, Arbeit die zum Leben reicht und Solidarität mit den KollegInnen geführt. Die Mitglieder wurden freundlich behandelt und durften ihre Aktion, nebst Wocheneinkauf durchführen. Der DGB setzt auf Austausch und Dialog, dies wurde dem DGB vom Marktleiter auch zugesagt. Dies war aber nur unser Auftakt! Solidarität!





Sonntag

Aktion - Kundenflugblatt für real Kundinnen und Kunden

Bericht vom 07.12.2018

Tarifflucht bei real

In den Mannheimer real Filialen verteilten ver.di gemeinsam mit Beschäftigten Flugblätter an die Kundinnen und Kunden, um auf die prekäre Situation beim Handelskonzern Metro aufmerksam zu machen.






Samstag

Postkartenaktion: „Wir wünschen“

Bericht vom 07.12.2018

Postkartenverteilaktion zu Weihnachten


Seit dem 06.12.2018 werden fleißig Postkarten an die Kolleginnen und Kollegen von real verteilt.

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Bochum - Wattenscheid




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Bochum - Landender


Hier wurden am 06.12.2018 Postkarten am Personaleingang verteilt

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Herten-Westerholt




Donnerstag

Weihnachtszeit - Märchenzeit

Bericht vom 06.12.2018

Schließungsahmmer schlägt wieder in NRW zu!


Bericht vom 06.12.2018

Köln-Hürth wird zum 31.08.2019 geschlossen!

Der Markt an der Theresienhöhe beschäftigt derzeit 98 Kolleginnen und Kollegen. Als Begründung gibt die Geschäftsführung die hohen Verluste und eine fehlende Entwicklungsperspektive an.

Mittwoch

Schließungshammer trifft NRW

Bericht vom 05.12.2018

Mülheim - Ruhr wird zum 31.12.2019 geschlossen!

Der Markt an der Weselerstr. beschäftigt derzeit 102 Kolleginnen und Kollegen. Als Begründung gibt die Geschäftsführung die hohen Verluste und eine fehlende Entwicklungsperspektive an.

Einstimmige Real-Resolution und ein Eklat mit dem Oberbürgermeister

Bericht Ruhrnachrichten vom 01.12.2018

Mitglieder des Betriebsrates von Real saßen auf der Zuhörerbank, als die Politik im Ratssaal eine Solidaritäts-Bekundung verabschiedete. Zuvor gab es einen Eklat an der Siemensstraße.

Von einem solchen Eklat berichtete Bürgermeister Rajko Kravanja (SPD) vom Rednerpult des Ratssaals und im Laufe des Tages auch bei „Facebook“: Er sei einige Stunden vor der Ratssitzung zu Real gekommen, um nach dem Warnstreik am Montag einer Betriebsversammlung beizuwohnen. Der Betriebsrat hatte den Bürgermeister dazu eingeladen. Als er den Markt betrat, sei er vom Marktleiter am Zutritt gehindert worden. Er habe sich ihm in den Weg gestellt. 
Nach Informationen unserer Redaktion soll Helmut Maurer dabei eine Weisung aus der Real-Zentrale in Düsseldorf erhalten haben. Es sei nicht handgreiflich gewesen, aber Kravanja verließ das Geschäft und zeigte sich nun im Rat erstaunt: „Das ist doch ein Zeichen“, sagte der Bürgermeister. „Wenn man nicht mehr miteinander reden will, dann zeugt das davon, dass man Angst hat.“

Real spricht von „parteipolitischen Motiven“ des Bürgermeisters

Die Begriffe „Aussperrung“ oder „Hausverbot“ seien völlig fehl am Platz, entgegnete Markus Jablonski, Pressesprecher bei Real in Düsseldorf, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. „Herr Kravanja wollte an einer vom Betriebsrat des Real-Marktes Castrop-Rauxel veranstalteten Betriebsversammlung teilnehmen. Der Betriebsratsvorsitzende hat uns darüber Donnerstag kurzfristig informiert. Da wir aufgrund der bisherigen Aktivitäten von Herrn Kravanja davon ausgehen mussten, dass er diese Veranstaltung aus parteipolitischen Motiven für seine Belange zweckentfremden will, ist der Betriebsrat von unserer Seite angewiesen worden, Herrn Kravanja eine Absage zu erteilen.“ Grundlage der Entscheidung sei das Betriebsverfassungsgesetz, nach denen Arbeitgeber und Betriebsrat jede parteipolitische Betätigung im Betrieb zu unterlassen hätten.
Kravanja sei die Teilnahme an einer Veranstaltung zu den Sozialräumen im Real-Markt auf dieser Basis verwehrt worden. „Im Übrigen ist das ein Bereich, in dem auch sonst keine Externen, sondern nur Mitarbeiter Zugang haben“, so Jablonski. Auf ein Schreiben vom 23. November an Kravanja habe man bisher keine Antwort erhalten - man sei gesprächsbereit. 

„Davor hat Real Angst? Das finde ich bedenklich“

Die Politik diskutierte derweil schon am Dienstag in einer interfraktionellen Runde kontrovers über die Entwicklungen bei Real. „Ja, wir waren nicht in allem einer Meinung in der Runde. Aber in zwei Punkten waren wir uns einig“, so Kravanja Donnerstag im Rat: „Wir zeigen Solidarität mit den Mitarbeitern und ihren Familien. Und darin, dass man einen Wettbewerb nicht auf Kosten der Mitarbeiter führen darf. Davor hat Real Angst?“ Das finde er „bedenklich“, so Kravanja.
In der Resolution wird die Abspaltung der Real-SB-Warenhaus GmbH und der Überführung der Mitarbeiter in die Metro-Services GmbH kritisiert. Es setze sich damit eine lange Geschichte einer angeblichen Rettung Reals auf dem Rücken der Beschäftigten fort. Nun solle der Weg der Tarifflucht begangen werden. Der geschlossene Tarifvertrag, 24 Prozent unter den Konditionen aus dem Flächentarifvertrag, steht darin in der Resolution nur in Anführungsstrichen. 
„Der Arbeitgeber muss umgehend dazu gebracht werden, einen fairen Tarifvertrag auf Basis der Allgemeinverbindlichkeit abzuschließen“, so die Resolution im Wortlaut. Der Rat stehe „an der Seite der Beschäftigten und sichert Unterstützung im Kampf gegen die Flucht aus dem ordentlichen Tariflohn auf Basis der Flächentarifverträge zu“. Die Tarifbindung müsse für Real und bei der Metro Services durchgesetzt werden.

Einstimmig verabschiedete Resolution

Die Resolution verabschiedete der Rat am Donnerstag einstimmig. Die Kritik von Nils Bettinger, dabei nicht die Geschäftsleitung von Real einbezogen zu haben, also das Gespräch nicht angeboten zu haben, konterte Kravanja: „Ich habe am Montag mit der Betriebsführung gesprochen, habe den Dialog gesucht, hatte auch den Eindruck, dass da Dialogbereitschaft besteht. Das hat sich bis Donnerstag aber geändert – warum, kann ich Ihnen nicht sagen.“
Ein Nachspiel wird der Verweis des Bürgermeisters aus dem Real-Markt übrigens noch haben: Die Gewerkschaft Verdi will das Vorgehen juristisch prüfen lassen, denn nach ihrer Auffassung sei Kravanja vom Betriebsrat eingeladen worden - damit habe er auch das Hausrecht. „Sie haben eigentlich immer Hausrecht“, sagte CDU-Ratsmitglied Oliver Lind in Richtung Kravanja: „Als Vertreter der unteren Bauaufsicht.“ 

„Das Hausverbot ist ein unerhörter Vorgang“

Am Freitag kritisierte auch Bundestagsmitglied Frank Schwabe (SPD) das Vorgehen: „Das Hausverbot ist ein unerhörter Vorgang, der nicht nur gegen das Betriebsverfassungsgesetz in Paragraf 42 in der gängigen Rechtssprechung verstößt, gefährlich in die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingreift, sondern natürlich auch eine politische Eselei und ein Eigentor sondergleichen ist“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert. „Eine sofortige Entschuldigung des Metro Konzerns macht es nicht ungeschehen, würde aber helfen.“ Er hoffe, dass das noch vor dem Gespräch geschehe, das er mit Verantwortlichen der Metro für die nächste Woche verabredet habe.
Gespräche führte er darüber auch schon am Freitag: In Berlin tagte am Vormittag die Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse. Am Rande dieser Kommissionssitzung traf Bürgermeister Kravanja sich mit Bundessozial- und -arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und tauschte sich über die Situation bei Real aus, hieß es am Mittag. Heil ist als zuständiger Minister in die Auseinandersetzungen involviert. Kravanjas persönlicher Referent zitierte Heil mit den Worten: „Es gibt einige, denen muss man Sozialpartnerschaft wohl noch einmal beibringen.“