Mittwoch

ver.di-Delegation im Bundesministerium für Arbeit und Soziales


Bericht vom 31.10.2018

Der perfide Plan des Metro-Managements, der zu einer Spaltung der Belegschaft führt und letztlich Menschen in existenzielle Not treibt, darf von der Politik nicht einfach so hingenommen werden! Hier müssen Grenzen gesetzt werden, damit die Gewerkschaftsrechte berücksichtigt und die demokratischen Rechte im Betrieb geachtet werden!

Um auf die extrem schwierige Situation der real-Beschäftigten und den immer stärker werdenden Druck auf alle Beschäftigten im Einzelhandel noch einmal aufmerksam zu machen, hat sich eine ver.di-Abordnung am 30.10.2018 beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales Gehör verschafft.

ver.di-Delegation für real,- im BMAS – v.l.n.r.: Sonja Austermühle, Björn Böhning (BMAS), Werner Klockhaus, Stefanie Nutzenberger, Susanne Meister, Detlef Lange und Silke Zimmer


Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied und Bundesfachbereichsleiterin Handel, machte bei dem Treffen deutlich, dass für die ca. 34.000 vorwiegend weiblichen Beschäftigten ein politisches Eingreifen unumgänglich ist. Die anwesenden Kolleginnen und Kollegen haben im Ministerium eindringlich dargestellt, dass die Beschäftigten vor Ort bei derart existenzgefährdenden Plänen von Seiten reals, sich der Tarifbindung zu entziehen und damit die Personalkosten zu drücken, in eine bedrohliche Situation geraten. Die Betriebsräte stoßen wegen des Vorgehens von real an betriebsverfassungsrechtliche Grenzen. Spaltung, Druck und Verunsicherung sowie geringere Entgelte für Neueingestellte sind aufgrund des Vorgehens von real die Folge. Zudem wurde betont, dass das äußerst widersprüchliche Verhalten von real in den Verhandlungen als gezieltes Vorgehen zu verstehen ist, sich zu Lasten der Beschäftigten zu sanieren.

Weiterhin wurde deutlich, dass Outsourcing und Shop-in-Shop-Konzepte zwischenzeitlich ein gängiges Problem für die Beschäftigten im Einzelhandel darstellt und welche Brisanz die Entwicklungen bei real für die gesamte Branche hat. Ein tariflicher Schutz aller Beschäftigten im Handel ist deshalb verbindlich nur durch die Allgemeinverbindlichkeit der Flächentarifverträge möglich.

Von Seiten des Ministeriums wurde politische Unterstützung zugesagt. Ein Treffen mit dem Minister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, ist in der Planung.


Montag

Tarifverträge im Einzelhandel NRW

Bericht vom 22.10.2018

Ein Seminar welches nicht gerade in diesen Tagen uninteressant sein dürfte:

Das Tarifvertragsrecht in Deutschland


Themenplan:
  • Überwachungspflicht gemäß § 80 Abs. 1 BetrVG
  • Funktion, Aufbau, Regelungsfelder und Zusammenkommen von Tarifverträgen
  • Tarifvorbehalt und Tariföffnungsklausel ; Bedeutung für die Arbeit des Betriebsrats
  • Das Verhältnis von Tarifverträgen zu Betriebsvereinbarungen
Weiter können weitere Themenfelder abgesprochen werden.

Anmeldung und Infos hier!

Donnerstag

ver.di Aktion zur Eröffnung neuer Markthalle führt zu Hausverboten

Bericht vom 18.10.2018

ver.di beglückwünscht real zur neuen Markthalle – und macht mobil gegen Tarifdumping!


Kleine Aktion mit großer Wirkung: Zwei Transporter mit Plakaten machten die ver.di-Kritik an den  bedeutet:
  • 600 Euro weniger bei Verkäuferinnen im 7.Berufsjahr monatlich
  • mehr als 1.000 Euro weniger Weihnachtsgeld
  • mehr als 600 Euro weniger Urlaubsgeld
  • 130 Stunden mehr Arbeit jedes Jahr

Dumpinglöhnen bei real deutlich. Passend zur Eröffnung der real-„Markthalle“ am 18.10. in der Otto-von Guerike-Straße wiesen sie daraufhin, was die Tarifflucht für die Beschäftigten

ver.di-Geschäftsführer Sebastian Wertmüller: „Das ist Kahlschlag!“


real war vorbereitet: Zwei Führungskräfte und acht übergriffige Sicherheitsleute versuchten sofort so massiv alle Aktivitäten zu verbinden, dass die zuständige ver.di-Sekretärin vor Ort die Polizei einschalten musste.
Es gab weitreichende Hausverbote für die ver.di Kollegen/innen, größere Teile des Gewerbegebietes einschl. der Straße wurden kurzerhand zu Privatgelände erklärt und ver.di-Aktivitäten dort untersagt.
ver.di kritisiert dieses Vorgehen: Erst gebe es für die neuen Beschäftigten von real Arbeitsbedingungen, die vielen nur bei ergänzendem Bezug von Hartz IV zum Leben reichten und dann dürfen die Kunden davon nicht einmal erfahren!
Wertmüller kündigt an: „Wir werden das Thema weiter auf der Tagesordnung halten, die Konzernmutter Metro muss Verantwortung für die 34.000 real-Beschäftigten übernehmen und sie zurück in den Einzelhandelstarifvertrag bringen.“
Das Vorgehen von real Braunschweig und dessen Verständnis von Informationsfreiheit werden man rechtlich prüfen.

Freitag

Gespräch mit Real-Beschäftigten

Bericht vom 12.10.2018

Yetim und Schneider kritisieren Tarifflucht –
Sorge um Märkte in Moers und Kamp-Lintfort

Düsseldorf. Über die Situation der Beschäftigten in den Real-Warenhäusern in Moers und Kamp-Lintfort haben sich jetzt die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim und René Schneider informiert.Heino-Georg Kaßler, Sekretär Landesbereichsleitung Handel bei der Gewerkschaft ver.di, erfuhren die Abgeordneten, mit welchen Lohneinbußen die Beschäftigten zu rechnen haben, seitdem der Metro-Konzern den allgemeinverbindlichen Tarifvertrag aufgekündigt hatte. Von rund 1.900 Euro brutto im Monat soll demnach eine Kassiererin in Vollzeit künftig leben. Der bisherige Tarifvertrag sah mit etwa 2.600 Euro wesentlich mehr Gehalt vor. „Die Einkommensarmut von heute ist die Altersarmut von morgen“, kommentierten Kaßler sowie sein Kollege Jürgen Sander, Betriebsratsvorsitzender bei Real in Moers . Dem konnten die beiden SPD-Abgeordneten nur beipflichten, denn aus Erfahrung wissen sie, dass schon heute die meisten Beschäftigten im Einzelhandel trotz Vollzeitarbeit nicht von ihrer Hände Lohn leben können. Hinzu kommt, dass lediglich rund 18 Prozent der Mitarbeiter in Vollzeit angestellt sind.
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Zusätzlich stehen die Mitarbeiter bei Real aktuell unter Druck, weil die Kette verkauft werden soll. „Vieles deutet darauf hin, dass mit der Tarifflucht und der Senkung der Lohnkosten die Braut Real hübsch gemacht werden sollte. Egal, wer die 282 Real-Warenhäuser nun übernimmt – der neue Inhaber muss anschließend zurück an den Verhandlungstisch und einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zustimmen“, fordern Schneider und Yetim.
Sorge bereitet ihnen die Situation der drei Real-Warenhäuser in Moers und Kamp-Lintfort, denn nicht alle Immobilien gehören zur Metro-Gruppe. Außerdem bezweifeln Branchenkenner, dass ein neuer Inhaber am Ende alle 282 Märkte übernehmen würde. „Wir werden die Entwicklungen in den kommenden Wochen intensiv beobachten und den Beschäftigten zur Seite stehen“, versprechen Yetim und Schneider, die dabei helfen wollen, Tarifvertrag und Lohngerechtigkeit gemeinsam mit Gewerkschaft und Beschäftigten zu erstreiten.

Montag

Regionalversammlungen


Bericht vom 08.10.2018

Ab heute informiert der Gesamtbetriebsrat über die Regionalausschuesse in den Regionalversammlungen die Betriebsräte über die aktuelle Situation. Es wird an unterschiedlichen Tagen in allen Regionen Regionalversammlungen geben.

Die Betriebsräte sollten diese Veranstaltung nutzen, sich aus erster Hand zu informieren.

Mitmachen und unterschreiben!

Bericht vom 01.10.2018

Tarifflucht bei real


Ein Angriff auf den Flächentarifvertrag des Einzelhandels


Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wir fordern Sie auf, Stellung zu beziehen für die über 34.000 real-Beschäftigten bei der Metro-Tochter real GmbH in Deutschland.

Von Ihnen als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland erwarten wir ein klares Statement für Gehälter, die zur Existenz und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben reichen - statt Einkommen die in die Altersarmut führen und durch Steuergelder (Aufstockung) subventioniert werden müssen. Wir erwarten von Ihnen, dass Sie sich für gesetzliche Regelungen einsetzen, die es Arbeitgebern nicht ermöglichen, so mit ihren Beschäftigten zu verfahren.

Senden Sie der Konzernleitung, den Aktionären und Geschäftsführern der Metro AG ein deutliches Zeichen, dass Sie nicht mit Tarifflucht und Lohndumping einverstanden sind.

Zeigen Sie Solidarität mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von real.

Die Maßnahmen von real treffen nicht nur die real-Beschäftigten, sie haben Wirkung auf den gesamten Einzelhandel. Der Wettbewerb in der Branche wird zunehmend über die Personalkosten ausgetragen, das heißt zulasten der Einkommen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten - überwiegend Frauen. Sind Grund, weshalb wir auch dringend die Neuregelung des Verfahrens zur Allgemeinverbindlichkeit brauchen - unterstützen Sie uns auch darin!

Einkommen, die zum Leben und für das Alter reichen, sind wesentlich für den sozialen Frieden im Land. Beziehen Sie Position für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Tarifauseinandersetzung bei der real GmbH.

Zum unterschreiben bitte hier klicken!