Freitag

Bundesweite Streiks in rund 150 Filialen

Streikende bei real,- in Mönchengladbach am 10.03.2016
(Foto: Dietrich Hackenberg, www.lichtbild.org)
ver.di hat die Beschäftigten der SB-Warenhauskette real,- für den heutigen Freitag erneut zum Streik aufgerufen. (ver.di Pressemitteilung vom 11. März 2016)

Nachdem gestern bereits Beschäftigte aus 74 Filialen in NRW mit großer Beteiligung dem Streikaufruf gefolgt sind, legen heute Beschäftigte bundesweit in rund 70 Filialen die Arbeit nieder.

An den Protesten gegen die Tarifflucht der Metrotochter beteiligten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von real,- Märkten in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Brandenburg.

Einige Filialen werden auch am morgigen Samstag die Arbeitskämpfe fortsetzen.
"Wir, die Beschäftigten von real,- sind bereit, für das Überleben von real,- zu kämpfen. Allerdings kämpfen wir auch für einen Tarifvertrag mit Gehältern, die das Leben lebenswert machen!" (Werner Klockhaus, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei real,-)
Die Arbeitgeberseite forderte in den bisherigen Verhandlungen tiefe Einschnitte:
  • Sie verlangen die Kürzung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes um 75 Prozent (das bedeutet für eine Verkäuferin in der tariflichen Endstufe einen Verlust von 2050 Euro im Jahr).
  • Sie fordern die Aussetzung der Tariferhöhungen und des Durch- und Aufstiegs in den Berufsjahren bis Ende 2017.
  • Sie wollen die Absenkung der Nachtzuschläge in der Zeit von 20 Uhr bis 22 Uhr von 50 bzw. 55 Prozent auf 20 Prozent.
  • Sie möchten 12 bis 17 Märkte schließen.
  • Tariferhöhungen sollen erst ab 2018 schrittweise weitergegeben werden (unter Vorbehalt eines Sonderkündigungsrechts für den Tarifvertrag, sofern bis Ende 2017 keine neue Entgeltstruktur vereinbart wurde).
"Die Beschäftigten sind nicht bereit zu solch drastischen Einschnitten, die am eigentlichen Problem des Unternehmens erkennbar nichts verändern werden!" (Stefanie Nutzenberger, Verhandlungsführerin und Bundesvorstandsmitglied bei ver.di)
Denn real,- hat vor allem ein Umsatzproblem.

Für die rund 38.000 Beschäftigten bedeutet der Austritt der Warenhauskette aus der Tarifbindung bereits jetzt Einkommensverluste, weil die vergangenen Tariferhöhungen nicht weitergegeben werden.

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Videobeitrag Aktuelle Stunde, 10.03.2016, WDR (verfügbar bis 17.03.2016)

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