Mittwoch

Streik im baden-württembergischen Böblingen

Auch in Böblingen haben sich heute Vormittag die Beschäftigten zum Streik zusammengefunden. Etwa 200 Streikende aus verschiedenen real,- Filialen Baden-Württembergs veranstalteten eine Kundgebung und demonstrierten anschließend durch den Ort.

Auch in Berlin wird gestreikt!

In Berlin waren ungefähr 100 Beschäftigte am bundesweiten real,- Streiktag beteiligt. Mit der S-Bahn sind sie vier real-Märkte abgefahren, um dort die Kund_innen mit Flugblättern zu informieren. Anschließend gab es eine Kundgebung am Gesundbrunnen-Center.




(c) Christian von Polentz 

(c) Christian von Polentz


Düsseldorf streikt!

In Düsseldorf demonstrierten heute über 5.000 Real-Beschäftigte für existenzsichernde Tarifverträge unter anderem vor der Zentrale des Metrokonzerns. Auf der Bühne sprach unter anderem Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied, und Werner Klockhaus, Vorsitzender des Real- Gesamtbetriebsrates.

(c) Dietrich Hackenberg | www.lichtbild.org

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Rostock streikt!

In Rostock beteiligten sich etwa 350 Beschäftigte am heutigen bundesweiten real,- Streiktag. Aus 13 Märkten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern demonstrierten sie für volle Tarife.

Hier ein kleiner Eindruck vom Streik:







Solidaritätserklärung der gewerkschaftspolitischen Sprecherin der Linkspartei an die Streikenden

Jutta Krellmann, die gewerkschaftspolitische Sprecherin der Linkspartei, wendet sich in einer Solidaritätserklärung an die Streikenden bei real,-

Solidaritätserklärung: Keine Zukunft ohne Tarifbindung!

real,- Beschäftigte fordern: "Zurück in die Zukunft: Voller Tarif!"
Liebe KollegInnen und Kollegen,

wieder versucht ein Arbeitgeber in die Taschen von Beschäftigten zu greifen – diesmal die Metro AG über den Weg eines Haustarifvertrags. Es geht um richtig viel Geld! Es gab im Juli erst einen Tarifabschluss mit den tarifgebundenen Arbeitgebern im HBB. Und er konnte sich auch sehen lassen!

Die Erhöhungen sollen aber für Euch Beschäftigte bei real nicht gelten, geht es nach dem Willen Eures Arbeitgebers. Er begeht Tarifflucht und bietet einen Haustarifvertrag an. Diesen Haustarifvertrag kann man in die Tonne treten! Haustarifverträge sind dann akzeptabel, wenn sie besserer Bedingungen für die Beschäftigten enthalten als ein Flächentarifvertrag. Bei Euch soll er Kürzungen der Sonderzahlungen, des Urlaubsanspruchs, der Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit sowie eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohn-ausgleich enthalten. Also weniger, statt mehr und damit völlig inakzeptabel!

Es ist richtig und notwendig, dass Ihr Euch gegen solches Lohndumping und eine Verlängerung Eurer Arbeitszeit stark macht. Ohne Tarifbindung gibt es keine Zukunft für real!

Für Euren Arbeitskampf und Euren heutigen bundesweiten Streiktag wünsche ich Euch Kraft - und vor allem Erfolg!

Mit kollegialen Grüßen,

Jutta Krellmann

Solidaritätsbotschaft des Vorsitzenden der Linkspartei an die REAL,- Beschäftigten

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, wendet sich in einer Solidaritätsbotschaft an die Streikenden bei real,- und in einem Protestbrief an die real,- Geschäftsführung. Wir dokumentieren hier beide Schreiben.
Wir machen Druck! Streikende in Düsseldorf am 30.9.15

Liebe streikenden Kollegen und Kolleginnen,

mit Empörung habe ich in den letzten Wochen verfolgt, dass die real-Geschaftsführung Tarifflucht begangen hat und viele Filialen  schließt. Mit Tarifflucht, Lohnkürzungen und Filialschließungen will die Metro-Gruppe ihren Konzern umbauen - im Mittelpunkt steht nur ein Interesse: die Profite sollen erhöht werden - auf eure Kosten! Auf Kosten derjenigen, die die die gute Arbeit im Einzelhandel leisten! Es ist richtig, dass ihr euch dagegen wehrt! Streik, Zusammenhalt untereinander und Solidarität sind die einzigen Mittel, die gegen solche Konzernwillkür helfen!

Die real-Geschaftsführung macht sich mit Tarifflucht zum Vorreiter eines brutalen Verdrängungswettbewerbs im Einzelhandel. In den letzten Jahren haben die Konzerne im Handel Tarifflucht zur ihrer bevorzugten Erpressungsstrategie gemacht, um Lohnkürzungen, unsichere Arbeitsverträge und Arbeitshetze durchzusetzen. Wie auch eure KollegInnen bei Amazon, die für einen Tarifvertrag kämpfen, führt auch ihr einen wichtigen Kampf! lch habe daher heute einen Protestbrief an den Geschaftsführer Herrn Didier Fleury und Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Koch geschrieben und sie dazu aufgefordert, eure berechtigten Forderungen zu erüllen und den brutalen Kurs von Tarifflucht und Lohndumping zu beenden.

Ich meine:
- Es kann nicht sein, dass eine Kassiererin mit ihrem Lohn kaum über die Runden kommt.
- Es darf nicht sein, dass Arbeit krank macht und es mit unsicheren Vertragen und Willkür der Konzerne nicht mifiglich ist, die eigene Zukunft zu planen.

Löhne, von denen man gut leben kann - gute Arbeitsbedingungen und unbefristete Verträge - Mitbestirnmungsrechte und Tarifverträge. DAS MUSS DRIN SEIN in einem reichen Land Wie unserem! Von sozialer Gerechtigkeit sind wir in diesem Land weit entfernt, wenn sich Manager wie Herr Fleury, Aktionäre und Super-Reiche immer mehr bereichern, während die Beschäftigten, die den Reichtum ja erwirtschaften, leer ausgehen, ja enteignet werden!

Die Bundesregierung könnte Tarifflucht von real, Amazon und anderen Unternehmen verhindern - wenn sie die Bedingungen für die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen verändert, so dass es reicht, wenn die Gewerkschaft einen Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit stellt. Dafür sollten wir gemeinsam politischen Druck machen! lch wünsche euch weiter viel Kraft für euren Kampf! Meine und die Unterstützung der LINKEN habt ihr!

Mit solidarischen Grüßen
Bernd Riexinger

Protestbrief an die Geschäftsführung von real,-

Berlin, 28. September 2015 

Betreffend: real hat nur mit Tarifbindung eine Zukunft!

Sehr geehrter Herr Didier Fleury, sehr geehrter Herr Olaf Koch,

mit Empörung musste ich zur Kenntnis nehmen, dass die real-Geschäftsführung Tarifflucht begangen hat und sich real so zu einem Vorreiter einer brutalen Systems des Verdrängungswettbewerbs und des Lohndumping im deutschen Einzelhandel entwickelt. Für die real-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bedeutet das eine unsichere Zukunft und Kürzungen bei Lohn, Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Ihre Unternehmenspolitik der Tarifflucht, des Lohndumpings und der prekären Arbeitsbedingungen wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Ich fordere Sie hiermit auf, real in den Flächentarifvertrag zurückzuführen und die berechtigten Forderungen der Streikenden und von ver.di zu erfüllen. Viele Beschäftigte in Deutsohland unterstützen auch als Kunden und Kundinnen des Einzelhandels die Forderung nach guten Arbeitsbedingungen und Tarifverträgen! Dafür werden wir uns als LINKE öffentlich einsetzen und den Beschäftigten im Einzelhandel den Rücken stärken. Ohne Tarifbindung hat real keine Zukunft!

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Riexinger

Flugblatt zum bundesweiten Streiktag

Wenn es eine Kontinuität im Unternehmen real,- gibt, dann ist es der permanente Personalabbau und die Schließung von Filialen. Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 100 real,- Filialen geschlossen und damit mehr als 9.000 Arbeitsplätze vernichtet worden.

Wirklich neu ist, dass die real,- Beschäftigten die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze selbst finanzieren sollen. Die Kosten für die jetzt verkündete Schließungswelle entsprechen in etwa der Summe, die real,- mit dem Wechsel in die OT-Mitgliedschaft einspart, weil sie den Beschäftigten die Tariferhöhungen von 2, 5 Prozent und später von 2,0 Prozent vorenthält. Der Geschäftsführung reicht aber diese Kostenersparnis bei weitem nicht aus und sie will deshalb von ver.di eine Unterschrift unter einem Haustarifvertrag haben, der es dem Arbeitgeber ermöglicht, die Entgelte aller Beschäftigten zu senken. Dazu kann es nur eine Antwort geben:

NICHT MIT UNS!

hier gibt es das gesamte Flugblatt als pdf zum herunterladen

Dienstag

"Moderner Tarifvertrag" a la REAL: Lohn runter, Arbeitszeit rauf?!

Die Katze ist aus dem Sack!  Nach dem Rätselraten gestern, was sich real,- unter einem "modernen Tarifvertrag" vorstellt, wissen wir heute: Da ist für die Beschäftigten nichts Gutes drin!


Haustarifvertrag – Der Griff in die Taschen der Beschäftigten!

Die Arbeitgeberseite präsentierte unserer Tarifkommission folgenden Forderungskatalog für einen Haustarifvertrag:
  • Variables Urlaubs- und Weihnachtsgeld nach Unternehmenserfolg
  • Weniger Urlaubstage
  • Erhöhung der wöchentliche Arbeitszeit ohne Lohnausgleich
  • Änderung der Nachtzuschläge
  • Wegfall der Spätöffnungszuschläge
  • Eine neue Entgeltstruktur für Neueingestellt
Das bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. Das ist ein Griff in die Taschen der Beschäftigten!

 

Nebulöse Angebote!

Unter der Voraussetzung, dass die von der  Arbeitgeberseite genannten Forderungen erfüllt werden, würde das Management gegebenenfalls Investitionen in die Märkte tätigen und/oder längere Mietverträge für einige Märkte zusagen. Das ist schlichte Erpressung.

Wir Beschäftigen sollen also erst einmal in Vorleistung treten und diese Investitionen finanzieren. Der uns angebotene Haustarifvertrag bedeutet für uns niedrigere Entgelte und weitere Verschlechterungen unserer Arbeitsbedingungen.

 

Dazu kann es nur eine Antwort geben: Nicht mit uns!

Wir wollen Existenzsicherung, wir wollen keinen Verdrängungswettbewerb auf den Rücken der Beschäftigten und wir wollen eine Zukunft, vor der die Beschäftigten keine Angst haben müssen.

 

Wir wollen existenzsichernde Tarifverträge ohne Loch und doppelten Boden!

Das werden wir am 30. September vor der Metro-Zentrale in Düsseldorf und bei verschiedenen weiteren Streikaktionen deutlich machen. Beteiligt euch. Werdet aktiv.

 

Zurück in die Zukunft: voller Tarif!

Montag

Gewinne wachsen, Gehälter schrumpfen? Nicht mit uns!

Einen "modernen" Tarifvertrag will Herr Kramer von real,- verhandeln. Das heisst für ihn jedoch nichts anderes, als den Unternehmensgewinn gleich mit zwei Griffen in die Taschen der Beschäftigten zu steigern.

Doch das lassen wir uns nicht bieten!

Heute die Weigerung, den Kolleginnen und Kollegen die verdiente Tariferhöhung nicht zu zahlen und morgen die Einkommen langfristig reduzieren - das lassen wir nicht mit uns machen!

Gewinne sollen wachsen – Altersarmut wird
wachsen.


ver.di stellt nicht ohne Grund den Kampf gegen die Altersarmut in den Mittelpunkt der Tarifkämpfe. Im Interesse aller Beschäftigter sagen wir deshalb "Nein, nicht mit uns!" zu der unverschämten Absicht der Arbeitgeber.

Was wir zur zweiten Verhandlungsrunde vorhaben, verraten wir in unserem Flugblatt, das ihr euch hier als PDF herunterladen könnt.

Freitag

"Bei real,- läuft es super…" – Wirklich? Wie seht ihr das?

"Bei real,- läuft es super… Das ist die Botschaft, die Herr Fleury als Chef vom Ganzen kürzlich zum Besten gab.

Was real,- auf seiner Erfolgsspur beeinträchtigt, ist aus seiner Sicht die fehlende Erkenntnis von ver.di, dass das Unternehmen sich die Bezahlung seiner Beschäftigten nach dem normalen Einzelhandelstarif nicht mehr leisten kann oder will. Deshalb möchte real,- einen "modernen" Haustarifvertrag haben.

Was es damit auf sich hat, ist noch immer das Geheimnis der Geschäftsführung. Trotz Aufforderung durch ver.di und den Gesamtbetriebsrat hüllt sich das Team um Herrn Fleury mit seinen Berater_innen in Schweigen.

ver.di möchte im Forum dieses Blogs allen Beschäftigten, die sich vertraulich über ihren betrieblichen Alltag äußern möchten, eine Möglichkeit zum Austausch bieten:
  • Was läuft gut oder was hindert euch, in der täglichen Arbeit erfolgreich zu sein?
  • Was sind für euch und für die Kunden die Folgen des stetigen Personalabbaus?
  • Wie schafft man es, die stetig steigenden Belastungen wegzustecken?
Beteiligt euch, schreibt eure Meinung – gerne auch unter einem selbst gewählten Namen!

Bitte beachten:
Wie in allen Foren ist es dabei selbstverständich, das Beleidigungen und Beschimpfungen nicht zulässig sind!

Zur Registrierung geht es über die gleichnamige Schaltfläche im Forum dieses Blogs:

Dienstag

Zurück in die Zukunft: Voller Tarif!

Der "eigene Weg", den Didier Fleury als Chef von real,- mit der Flucht aus dem Flächentarifvertrag  gehen will, bedeutet starke finanzielle Einbußen für die Beschäftigten.

In einem aktuellen Interview mit der "Rheinischen Post" wirft er ver.di, die dies als sozial unverantwortlich kritisiert und Protest organisiert, mangelnde Vernunft vor…

Da haben wir aber schnell mal eine Frage, Herr Fleury:

Ist es etwa vernünftig, über den "eigenen Weg" eines Haustarifvertrages einen noch tieferen Griff in die Taschen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von real,- zuzulassen?



Viele Betroffene beantworten dies eindeutig. Zuletzt streikten am 31. August Beschäftigte des Marktes in Düsseldorf-Bilk.

Unser "Voller-Tarif"-Plakat gibt es hier als PDF zum Herunterladen und selbst Ausdrucken