Mittwoch

Solidaritätsbotschaft des Vorsitzenden der Linkspartei an die REAL,- Beschäftigten

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, wendet sich in einer Solidaritätsbotschaft an die Streikenden bei real,- und in einem Protestbrief an die real,- Geschäftsführung. Wir dokumentieren hier beide Schreiben.
Wir machen Druck! Streikende in Düsseldorf am 30.9.15

Liebe streikenden Kollegen und Kolleginnen,

mit Empörung habe ich in den letzten Wochen verfolgt, dass die real-Geschaftsführung Tarifflucht begangen hat und viele Filialen  schließt. Mit Tarifflucht, Lohnkürzungen und Filialschließungen will die Metro-Gruppe ihren Konzern umbauen - im Mittelpunkt steht nur ein Interesse: die Profite sollen erhöht werden - auf eure Kosten! Auf Kosten derjenigen, die die die gute Arbeit im Einzelhandel leisten! Es ist richtig, dass ihr euch dagegen wehrt! Streik, Zusammenhalt untereinander und Solidarität sind die einzigen Mittel, die gegen solche Konzernwillkür helfen!

Die real-Geschaftsführung macht sich mit Tarifflucht zum Vorreiter eines brutalen Verdrängungswettbewerbs im Einzelhandel. In den letzten Jahren haben die Konzerne im Handel Tarifflucht zur ihrer bevorzugten Erpressungsstrategie gemacht, um Lohnkürzungen, unsichere Arbeitsverträge und Arbeitshetze durchzusetzen. Wie auch eure KollegInnen bei Amazon, die für einen Tarifvertrag kämpfen, führt auch ihr einen wichtigen Kampf! lch habe daher heute einen Protestbrief an den Geschaftsführer Herrn Didier Fleury und Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Koch geschrieben und sie dazu aufgefordert, eure berechtigten Forderungen zu erüllen und den brutalen Kurs von Tarifflucht und Lohndumping zu beenden.

Ich meine:
- Es kann nicht sein, dass eine Kassiererin mit ihrem Lohn kaum über die Runden kommt.
- Es darf nicht sein, dass Arbeit krank macht und es mit unsicheren Vertragen und Willkür der Konzerne nicht mifiglich ist, die eigene Zukunft zu planen.

Löhne, von denen man gut leben kann - gute Arbeitsbedingungen und unbefristete Verträge - Mitbestirnmungsrechte und Tarifverträge. DAS MUSS DRIN SEIN in einem reichen Land Wie unserem! Von sozialer Gerechtigkeit sind wir in diesem Land weit entfernt, wenn sich Manager wie Herr Fleury, Aktionäre und Super-Reiche immer mehr bereichern, während die Beschäftigten, die den Reichtum ja erwirtschaften, leer ausgehen, ja enteignet werden!

Die Bundesregierung könnte Tarifflucht von real, Amazon und anderen Unternehmen verhindern - wenn sie die Bedingungen für die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen verändert, so dass es reicht, wenn die Gewerkschaft einen Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit stellt. Dafür sollten wir gemeinsam politischen Druck machen! lch wünsche euch weiter viel Kraft für euren Kampf! Meine und die Unterstützung der LINKEN habt ihr!

Mit solidarischen Grüßen
Bernd Riexinger

Protestbrief an die Geschäftsführung von real,-

Berlin, 28. September 2015 

Betreffend: real hat nur mit Tarifbindung eine Zukunft!

Sehr geehrter Herr Didier Fleury, sehr geehrter Herr Olaf Koch,

mit Empörung musste ich zur Kenntnis nehmen, dass die real-Geschäftsführung Tarifflucht begangen hat und sich real so zu einem Vorreiter einer brutalen Systems des Verdrängungswettbewerbs und des Lohndumping im deutschen Einzelhandel entwickelt. Für die real-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bedeutet das eine unsichere Zukunft und Kürzungen bei Lohn, Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Ihre Unternehmenspolitik der Tarifflucht, des Lohndumpings und der prekären Arbeitsbedingungen wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Ich fordere Sie hiermit auf, real in den Flächentarifvertrag zurückzuführen und die berechtigten Forderungen der Streikenden und von ver.di zu erfüllen. Viele Beschäftigte in Deutsohland unterstützen auch als Kunden und Kundinnen des Einzelhandels die Forderung nach guten Arbeitsbedingungen und Tarifverträgen! Dafür werden wir uns als LINKE öffentlich einsetzen und den Beschäftigten im Einzelhandel den Rücken stärken. Ohne Tarifbindung hat real keine Zukunft!

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Riexinger

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