Dienstag

real ist verkauft und wird zerschlagen

In den vergangenen Monaten und Jahren haben unzählige Aktionen und Aktivitäten stattgefunden. Kolleg*innen haben in der Öffentlichkeit und gegenüber politischen Entscheidungsträgern auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Ein unendlich langer Prozess, der für die Beschäftigten mit quälender Ungewissheit und Unsicherheit verbunden ist, ist auch durch das sogenannte „Closing“, also den endgültigen Verkauf von real, nicht beendet.


Der neue Eigentümer SCP trägt nun gemeinsam mit x+bricks die Verantwortung für die etwa 34.000 Kolleg*innen. Die nun folgenden Pläne sind aber schon im Vorfeld deutlich vertreten worden. Es geht für die neuen Besitzer nun darum, die real-Märkte weiter zu verkaufen oder zu schließen und das Unternehmen somit zu zerschlagen. Mittlerweile wurde die Schließung einer Reihe von Märkten bekannt gegeben. In NRW sollen die vier Märkte Duisburg 2, Herten-Westerholt, Rheine und Mönchengladbach-Rheydt Ende Januar 2021 geschlossen werden. Es bleibt zu befürchten, dass noch weitere Märkte dichtgemacht werden und die Beschäftigten ihre Arbeitsplätze verlieren. Auch bei dem neuen Besitzer ist die Informationspolitik absolut dürftig. Nach dem was bisher bekannt geworden ist, hat Kaufland beim Kartellamt beantragt 88 Märkte zu übernehmen.

Ca. 50 Märkte sollen an Edeka gehen, wobei Edeka gegenüber der Lebensmittelzeitung schon geäußert hat, dass auch 73 Märkte denkbar wären. Rewe und Globus haben wohl auch Interesse signalisiert. Dies sind jedoch keine gesicherten Informationen! Es wird eine unbestimmte Zahl an Märkten geben, die für bis zu 24 Monate als sogenannter Kern erhalten bleiben. Was danach mit diesen „Kernmärkten“ geschieht ist völlig offen Der Übergang an andere Unternehmen soll wohl nach § 613a BGB erfolgen, was den Kolleg*innen zunächst die Sicherheit geben würde, dass die bisherigen tariflichen und arbeitsvertraglichen Regelungen für ein Jahr gewissermaßen als Rucksack zum neuen Arbeitgeber mitgenommen werden. Dieser Paragraf kann jedoch auch durch eine längere Schließung oder beispielsweise durch Flächenverkleinerungen umgangen werden! Für die Betriebsräte und die Tarifkommissionen ist seit längerem klar, dass unsere Forderungen auch nach dem Verkauf weiter zentral sind. Erwerber müssen größere Pakete an Märkten übernehmen und nicht nur „Rosinenpickerei“ betreiben. Die Kolleg*innen brauchen nach dieser langen Hängepartie endlich eine nachhaltige und langfristige Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Diese Arbeitsplätze dürfen nicht einfach nach dem Gutdünken der Arbeitgeber bezahlt werden, sondern müssen durch ver.di-Tarifverträge dauerhaft abgesichert werden! Dass der Vorsitzende des Verwaltungsrats von SCP, Patrick Kaudewitz, mit Schreiben vom 27. Mai 2020 den Abschluss eines Anerkennungstarifvertrags mit ver.di abgelehnt hat, ist daher eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Insbesondere auch, weil die leitenden Angestellten als „Dank“ für die guten Umsätze während der letzten Monate einen dreifachen Bonus erhalten haben, der einen fünfstelligen Betrag aus machen kann. Zudem braucht es weiter den Schutz durch aktive Betriebsräte, die gemeinsam mit ver.di die Interessen der Kolleg*innen gegenüber dem Arbeitgeber vertreten und auch durchsetzen können. Eine Voraussetzung dafür ist zudem, dass es keine Ausgliederung an selbständige Kaufleute geben darf. Erst unter diesen Voraussetzungen ist eine dauerhafte Absicherung der Beschäftigten überhaupt möglich. Die Kolleg*innen in den Märkten können nun mit uns gemeinsam Aktivitäten entwickeln und

Montag

real-Beschäftigte retten Metro in der Krise! Wer rettet uns?

Bericht vom 18.05.2020

Die #real Beschäftigten retten die #Metro in der Krise. Doch sie stehen weiterhin vor einer ungewissen Zukunft. Metro und #SCPmüssen endlich Klarheit schaffen! Unser Flugblatt zur aktuellen Situation bei real findet ihr hier ver.di Handel NRW.


Donnerstag

Coronaschutz ja! – aber bitte richtig!

Bericht vom 30.04.2020

Seit Ende April gibt es fast überall eine Pflicht, in Geschäften des Einzelhandels eine sogenannte Mund- Nase-Bedeckung zu tragen. In einigen Ländern ist diese Pflicht auf die Kundinnen und Kunden beschränkt, in anderen Ländern gilt sie auch für die Beschäftigten. 

Jede*r, der schon mal so eine Mund-Nase-Bedeckung getragen hat, merkt nach einiger Zeit: Es wird warm, man/frau beginnt zu schwitzen, muss viel lauter sprechen, und die bedeckte Haut wird bei längerem Tragen rot. Kommt körperliche Anstrengung dazu, wird auch noch die Luft knapp. Deshalb sind die meisten froh, wenn sie das Ding wieder abnehmen können.

Mittwoch

Unterschriftensammlung Tarifverträge für alle unsere Heldinnen und Helden im Handel!

Bericht vom 15.04.2020

Einzelhandelsbeschäftigte leisten – wie die Beschäftigten im Gesundheitswesen – in Zeiten der Corona-Krise nicht nur – wie immer – eine belastende Tätigkeit, sondern auch eine risikoreiche Arbeit. Dafür wird ihnen von Seiten der Politik Anerkennung gezollt.
Betriebsräte von real kämpfen um die Allgemeinverbindlichkeit


Dazu Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede an die Nation am 19. März 2020: „Und lassen Sie mich auch hier Dank aussprechen an Menschen, denen zu selten gedankt wird. Wer an diesen Tagen an einer Supermarktkasse sitzt oder Regale befüllt, der macht einen der schwersten Jobs, die es zur Zeit gibt. Danke, dass sie da sind für ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am Laufen halten“. Bisher wird mehr als die Hälfte der Handelsbeschäftigten ohne eine tarifvertragliche Bezahlung abgespeist. Wir fordern deshalb die Politik auf, die jeweiligen regionalen Tarifverträge im Handel für allgemeinverbindlich zu erklären. Es ist im öffentlichen Interesse, dass die Handelsbeschäftigten Tarifverträge für alle bekommen!” Unterschriftensammlung zur Initiative für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Handelstarife (Einzelhandel und Großhandel). Die Initiatoren sind Anton Kobel, Heidelberg und Achim Neumann, Berlin (beide ehemalige Gewerkschaftssekretäre im Handel). Die Unterschriftensammlung ist befristet bis zum 25. April 2020, die Unterschriften werden von den Initiatoren an die Bundeskanzlerin Merkel und den Arbeits- und Sozialminister Heil sowie an die zuständigen Ministerien der Bundesländer weitergeleitet.

Unsere Gesundheit ist mehr wert!

Bericht vom 14.04.2020