Montag

Wir wollen wissen, wie es weitergeht mit uns!

Bericht vom 08.11.2019

Wie die Zukunft des Unternehmens real, der einzelnen Märkte und vor allem der Belegschaft aussehen wird, ist heute ungewiss. Informationen aus erster Hand über den Stand des Verkaufsprozesses, den die Metro als Eigentümer angestoßen hat, werden den Beschäftigten und ihren Betriebsräten fast komplett vorenthalten. Verunsicherung und Frust nehmen deshalb zu und mischen sich immer stärker mit tiefer Verärgerung.

Was momentan wirklich Sache ist, darin sind vermutlich mehrere hundert Personen eingeweiht - bei der verkaufenden Metro, bei der Immobiliengesellschaft Redos für den Gesamterwerb und bei den Händlern, die an der Übernahme einzelner Filialpakete von Redos interessiert sein sollen. Nicht zu vergessen die Experten der Kartellbehörde.

Nur die eigentlichen Betroffenen werden im Unklaren gelassen!


Das muss ich schnell änder

Das muss sich schnell änderten. Die Kolleginnen und Kollegen in den Märkten und in den rückwärtigen Bereichen haben das Recht auf seriöse und umfassende Informationen! Anfang Oktober ist der Verkauf des Unternehmens real an Redos vom Bundeskartellamt grundsätzlich genehmigt worden. Dort hat die Hamburger Edeka-Zentrale jetzt den beabsichtigten Erwerb von 87  real-Standorten  zur Prüfung angemeldet, wie aus den Medien zu erfahren ist.

Das Kartellverfahren geht offenbar in eine neue Phase über, die Aufteilung hat begonnen. Wer ist da noch im Spiel?

Ver.di fordert die beteiligten Unternehmen nachdrücklich auf, den Beschäftigten endlich mehr als nur ein paar Informationshäppchen zu servieren, sondern so zu sagen, wie es konkret weitergeht.


  • Es muss umgehend Transparenz und Klarheit hergestellt werden.
  • Wir fordern als Vertreter der Arbeitnehmer*innen am Verfahren beteiligt zu werden.
Es geht um die Zukunft von 34.000 Menschen und ihren Familien! Sie dürfen nicht im Stich gelassen werden. Die Kolleginnen und Kollegen bei real sind es , die seit Jahren den Kopf und den Rücken hinhalten müssen. Unter den komplizierten Bedingungen des Verdrängungswettbewerbs, der in der Branche herrscht, haben sie dafür gesorgt, dass der Laden überhaupt noch läuft.
Nicht nur das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür, in dem motiviertes Personal erwartet wird, sondern acht Wochen vor Weihnachten wollen  die real-Beschäftigten und ihre Familien die Wahrheit über ihre Zukunft wissen. Angesichts der neuesten Entwicklungen wird sich die nach der Tarifflucht von real gebildete Bundestarifkommission treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Donnerstag

"Hut ab, für diese Kampfbereitschaft!"


Bericht - Facebook-Seite Volkan Baran vom 07.11.2019

„Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.“- Gestern hatte ich erneut die Möglichkeit, mich mit den Betriebsräten der Real-Märkte in Dortmund insbesondere über die Verkaufspläne der Metro Gruppe an redos auszutauschen. Ich war und bin von der Kampfbereitschaft für ihre Kolleg*innen dieser Betriebsräte begeistert. Hut ab dafür! 

Seit mittlerweile einem Jahr befinden sich die 34.000 Mitarbeiter*innen mit ihren Familien in der Schwebe. Metro hat vor einiger Zeit den Tarifvertrag mit der Verdi gekündigt und stattdessen mit einer arbeitgebernahen Gewerkschaft (DHV) Tarifverträge mit unfairen Bedingungen ausgehandelt. Bereits da hatten wir schon die Vermutung, dass die Braut für einen möglichen Verkauf „aufgehübscht“ werden soll; diese Vermutung hat sich nun bestätigt. Zwar ist bei dem Verkauf der 277 Märkte an redos ein Käufer auf den Plan gekommen, doch der Immobilieninvestor - so viel ist schon bekannt - möchte die Märkte an unterschiedliche Interessenten vergeben. Durch die neuen und unfairen Tarifverträge wurden die Real-Märkte für einen potentiellen Käufer attraktiver als zuvor mit teureren, also fair entlohnten Beschäftigten. Gleichzeitig wurden weder Betriebsräte noch Beschäftigte über den Stand der Verkaufsgespräche informiert. Diese Informationspolitik der Metro ihren Beschäftigten gegenüber ist unmoralisch und unverantwortlich, die sich ausschließlich über öffentliche Medien informieren müssen, wie es um ihren Arbeitsplatz und oder um ihre Zukunft steht. Das geht so nicht!
Die Betriebrät*innen fordern, dass vor Abwicklung des bald anstehenden Verkaufs zuerst einen Vorratssozialplan auszuhandeln, um eine Mindestsicherung für die Beschäftigten zu haben. Ich schließe mich dieser Forderung an! Denn verkauft redos wirklich an Edeka - so aus den Gesprächen - verlieren alle Beschäftigten aus Abteilungen, die in Edeka-Märkten fehlen (z.b. Elektronik), ihren Job. Es kann nicht sein, dass langjährige, treue Beschäftigte nach 35 Jahren einfach so auf die Straße gesetzt werden. Vorratssozialplan JETZT! Dafür kämpfen die Beschäftigten von REAL und ich mit ihnen.

Mittwoch

Ungewissheit für 34.000 Menschen wird weiter vergrößert – ver.di fordert Klarheit für die Beschäftigten der Handelskette real

Bericht vom 29.10.2019

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die mangelnde Informationspolitik der Metro und des Immobilienunternehmen Redos, die über den Verkauf der Handelskette real verhandeln.
„In die Details des Verkaufsprozesses sind viele eingeweiht, Metro, Redos, weitere am Erwerb interessierte Unternehmen und das Bundeskartellamt. Aber die eigentlich Betroffenen, die rund 34.000 Beschäftigten und ihre Familien, sind seit Monaten im Unklaren und erfahren heute aus den Medien, dass Edeka den Erwerb von etwa 100 Filialen von Redos zur Prüfung beim Kartellamt angemeldet hat. Wir fordern die Unternehmen dazu auf, den Beschäftigten endlich mehr als nur ein paar Häppchen von Informationen hinzuwerfen oder sie zu vertrösten. Sie müssen wissen, wie ihre Zukunft aussieht und ver.di als Vertretung der Beschäftigten muss am Verfahren beteiligt werden“, forderte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. 

Die Gewerkschafterin verwies auf die drohende Zerschlagung des Unternehmens: „Die Beschäftigten haben die klare und berechtigte Erwartung, dass Arbeitgeber und Politik dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze zu guten Bedingungen erhalten bleiben. Im Handel erodiert die Tarifbindung seit Jahren und der Verdrängungswettbewerb der Unternehmen wird gnadenlos auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Bei real dürfen nicht einfach 34.000 Menschen und ihre Familien im Stich gelassen werden“, so Nutzenberger. 

Sie kündigte an, dass die Tarifkommission von real sich zeitnah treffen wird, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Samstag

Bericht vom 28.09.2019

Resolution vom 5. Ver.di Bundeskongress

Nach heutigen Stand sieht alles nach einer Zerschlagung aus.

Die Zukunft von über 34.000 Beschäftigten und ihren Familien ist ungewiss. Nicht nur die real- Beschäftigten werden von den Auswirkungen eines Verkaufs betroffen sein, sondern alle Beschäftigten des gesamten Metro Konzerns von IT bis Logistik und damit über 40.000.
Wenn zum Beispiel in der Automobilindustrie Arbeitsplätze zur Diskussion stehen, ist die Empörung groß, und das zu Recht.

Sind wir weniger wert? NEIN!

Im Einzelhandel tragen die Beschäftigten seit Jahren die Nachteile eines massiven Verdrängungs- und Vernichtungswettbewerbs. Es werden Arbeitsplätze vernichtet und die Arbeits- und Rahmenbindungen verschlechtern sich zunehmend, durch das Fehlen von allgemeinverbindlichen Tarifverträgen.
Fehlende sinnvolle Konzepte werden durch Lohndumping und Personalabbau kompensiert. Ein Wettbewerb auf den Schultern der Beschäftigten, kann und darf nicht die Lösung sein! Die Beschäftigten von real wollen nicht die nächsten sein, die dem zum Opfer fallen.
Unsere Forderungen sind:
  • Schutz durch ver.di Tarifverträge
  • Sicherheit durch Betriebsräte
  • Nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze
  • Keine Ausgliederung an selbstständige Kaufleute

Der ver.di Bundeskongress unterstützt die Beschäftigten im Kampf für einen sozialverträglichen Verkauf von real und zeigt sich solidarisch mit 34.000 Kolleginnen und Kollegen!

Freitag

DGB fordert gute Arbeitsbedingungen und mehr Vollzeitstellen im Einzelhandel

Bericht vom 18.07.2019

Der DGB organisierte heute ein Gespräch zwischen Vertreter*innen der Politik und Betriebsräten aus dem Dortmunder Einzelhandel. Anja Butschkau, MdL SPD; Thorsten Hoffman, Ratsfraktion der CDU; Nadja Lüders MdL SPD und Ingrid Reuters, Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen nahmen an dem Gespräch teil. Die Betriebsrät*innen schilderten die Sorgen und Nöte der Beschäftigten im Einzelhandel. Dabei machten sie deutlich, welche Folgen die zunehmende Flexibilisierung für die Beschäftigten hat. Das Einfordern völliger Flexibilität gerade auch bei Teilzeitbeschäftigten mit geringen Stundenzahlen stellt die Beschäftigten vor existenzielle und organisatorische Herausforderungen. Der Einzelhandel in Dortmund muss daher dringend mehr Vollzeit Stellen anbieten. Auch die Frage der tariflichen Bezahlung und der Tarifbindung der Unternehmen wurde ausführlich diskutiert. Für die Betriebsräte, Ver.di und den DGB ist eine Stärkung der Tarifbindung unverzichtbar. „Dortmund darf nicht nur die Einkaufsstadt Nummer 1 der Region sein, sie muss auch gute Arbeitsbedingungen im Handel bieten!“ stellt die DGB Vorsitzende Jutta Reiter fest.

Da blutet einem das Herz!

Bericht vom 10.07.2019

Geschäftsführung von real spricht von Raum für Spekulationen


In einem bundesweiten Aushang und im Intranet, spricht die real Geschäftsführung von einem Raum für Spekulationen. Sehr geehrte Herren der real Geschäftsleitung, diesen Raum haben sie selbst geschaffen!


Die Geschäftsführung hat knapp 600 Betriebsräte (also eure gewählten Vertreterinnen und Vertreter) bei der Betriebsrätevollversammlung vom 02. - 04-07-2019 im „Regen“ stehen lassen. Sie sagte kurz um die Teilnahme ab, da Sie angeblich die Fragen der Betriebsräte hätte nicht beantworten können. Hierdurch hätte man Räume für Spekulationen bestimmt verkleinern können.

Stattdessen wird ein Aushang am schwarzen Brett in den Betrieben veröffentlicht. Mit der Äußerung, das das Filialnetz angepasst wird, sorgen Sie nur für mehr Verunsicherung bei den Mitarbeiter /-innen. Was die Herren der Geschäftsführung wohl mit „Herzblut“ falsch interpretieren, ist das den Mitarbeiter /-innen das Herz blutet, bei dem, was die Geschäftsleitung in den vergangenen Jahren so angerichtet hat.



Was die Mitarbeiter/-innen brauchen:


  • Schutz durch Ver.di Tarifverträge
  • Sicherheit durch Betriebsräte und diese stärken
  • Nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze
  • Keine Ausgliederung an selbstständige Kaufleute

Montag

Petition an die Bundespolitiker

Bericht vom 04.07.2019

Knapp 600 Betriebsräte der real GmbH verfassen Petition an die Bundespolitik.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir die Betriebsräte von real appellieren eindringlich an Sie, unterstützen Sie unsere Interessen im Verkaufsprozess von real!
Bild: Rafael Bold

Fest steht: real wird verkauft. Nach dem heutigen Stand sieht es nach einer Zerschlagung aus.
Die Zukunft von über 34 000 Beschäftigten und ihren Familien ist ungewiss.
Wenn zum Beispiel in der Autoindustrie Arbeitsplätze zur Diskussion stehen, ist die Empörung groß, und das zu Recht. Sind wir weniger wert? NEIN! Auch wir haben das Recht, mit Ihnen zusammen, die Sie in der Bundesregierung sind und viele Fäden in Ihren Händen halten, mit uns für unsere Arbeitsplätze zu kämpfen.
Im Einzelhandel tragen die Beschäftigten seit Jahren die Nachteile eines massiven Verdrängungs- und Vernichtungswettbewerbs. Es werden Arbeitsplätze vernichtet und die Arbeits- und Rahmenbindungen verschlechtern sich zunehmend durch das Fehlen von allgemeinverbindlichen Tarifverträgen.
Fehlende sinnvolle Konzepte werden durch Lohndumping und Personalabbau kompensiert. Ein Wettbewerb auf den Schultern der Beschäftigten, kann und darf nicht die Lösung sein! Wir wollen nicht die nächsten sein, die dem zum Opfer fallen.
Die Betriebsräte für 34 000 Beschäftigte fordern Sie auf:
Unterstützen Sie uns im Kampf für einen sozialverträglichen Verkauf von real. Sie haben es in der Hand und Sie haben die Unterstützung von vielen tausend Menschen.

Unsere Forderungen sind:

 Schutz durch ver.di Tarifverträge
 Sicherheit durch Betriebsräte und diese stärken
 Nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze
 Keine Ausgliederung an selbstständige Kaufleute

Wenn das Verhalten der Unternehmensleitung real Schule macht, sehen wir nicht nur die Arbeitsplätze im Einzelhandel bedroht.

Stellen Sie sich Ihrer Verantwortung und unterstützen Sie uns, denn 34 000 Kolleg*innen zählen auf Sie und Ihr Verantwortungsbewusstsein!